Annahmen sind keine Fakten

Menschen treffen Aussagen, Entscheidungen, verhalten sich auf der Grundlage ihrer Annahmen. Das betrifft, die Annahme jemanden zu kennen, eine Situation einschätzen, Kompetenzen bewerten zu können. … Die Annahme eines einzelnen ist der Glaube zu wissen. Die Psychologie denkt, dass Annahmen basierte Kommunikation mehr über den Sender als über den Empfänger aussagt d.h. Annahmen sagen mehr über den Betroffenen selbst als über seine Umwelt aus.

Annahmen sind bequem. Annahmen geben Antworten auf unklare Situationen, Probleme und Herausforderungen. Sie entwickeln sich aus uns, sind zeitsparend und benötigen meistens einen einfachen Impuls. Annahmen werden oft mit Intuition, dem  Bauchgefühl, gleichgesetzt. Eine Annahme braucht keine Auseinandersetzung. Sie beruhigt die Angst und beschützt vor Schmerz.

Spricht man von Wissen, meint man im günstigsten Fall Fakten, objektive Tatsachen, Übereinstimmungen vieler und bestätigte Aussagen. Wissen wird gemeinhin sehr geschätzt, ist gegenwärtig volatil und hochkomplex. Innerhalb der durch technische und gesellschaftliche Veränderungen unüberschaubaren Umwelten ist es für den Einzelnen nur noch möglich, Aussagen und Entscheidungen größtenteils Annahmen basiert zu treffen, Verhalten zunehmend dem Glauben hinzugeben. Will man Fakten basierend agieren, so ist es unumgänglich gemeinsam Wissen zu generieren oder auszutauschen. Nicht umsonst hat das Team, ob agil oder als Set, Hochkonjunktur. Nicht umsonst spielen soziale Kompetenzen eine entscheidende Rolle und nicht umsonst ist die Führungskraft, wie wir sie heute kennen, ein Auslaufmodell.

Die Kritische Theorie liefert uns die Theorie zur Auseinandersetzung, zur Differenzierung von Fakten und Annahmen. In der Praxis üben wir das mit Fragen stellen, aktivem Zuhören, Perspektivenwechsel oder Feedback und stärken dadurch unsere soziale Kompetenz. Die Kritische Theorie hält uns den Spiegel vor und bezieht die Gesellschaft, die Gemeinschaft mit ein. Die soziale Kompetenz macht es möglich sich in einer volatilen, hochkomplexen Welt zurecht zu finden.

In den meisten Fällen werden Entscheidungen nie rein Fakten oder nie rein Annahmen basiert getroffen. Das ist kein Problem, solange die Beteiligten differenzieren und bewusst Fakten von den Annahmen trennen. Werden beide unbewusst miteinander vertauscht oder entsprechen die Annahmen nicht den Fakten, kann das zu sehr unangenehmen Situationen führen und Konflikte vorprogrammieren. Das passiert tagtäglich und wäre einfach zu vermeiden.

Die unbewusste Verwechslung von Annahmen und Fakten bringt aber nicht nur Nachteile mit sich. Gut fundiert oder auch nicht, durch Erfahrungen ergänzt, resultierend in Automatismen hilft sie jedem Einzelnen Komplexität zu reduzieren d.h. wir treffen viele Entscheidungen, in unterschiedlicher Qualität, rasend schnell. Wir treffen persönliche Entscheidungen ohne vorher neues Wissen anzuhäufen – rein subjektiv – und lassen dabei die Objektivität meistens guten Gewissens außen vor. Die Grundlage hierfür ist Wissen erworben durch Lernen in all seinen Facetten, nur manchmal nicht mehr der Situation entsprechend.

 

 

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