Action Learning – Orientierungshilfe

Action Learning eignet sich also für „Problems“ und nicht für „Puzzles“. Es eignet sich für Themen, die scheinbar keine Lösung haben. Themen, die von einer hohen Komplexität und Unsicherheit geprägt sind.

Eine weitere und differenziertere Einteilung der Themen aus dem Unternehmensalltag bietet Keith Grint. Diese Einteilung ist sehr gut für Praktiker geeignet um  zu überprüfen, ob Action Learning eine geeignete Alternative darstellen könnte.

Grint nennt als Hauptmerkmale der Probleme die Begriffe critical, tame und wicked (s. auch Rittel & Webber, 1973). Themen, Probleme, Herausforderungen die als „critical“ bezeichnet werden, sind schnellstmöglich zu lösen, bedürfen einer konkreten und klaren Anweisung und müssen zeitnah gelöst werden. Bei Ausbruch eines Feuers in einem Betrieb oder einem Verwaltungsgebäude würde es demnach keinen Sinn machen, sich zunächst in einem Stuhlkreis zu versammeln, um für die weitere Vorgehensweise einen Kompromiss zu  erzielen. Hier bedarf es einer schnellen und professionellen Anweisung.

Für „tame“ Probleme existieren bereits Lösungen. Lösungen, die rationalen Mustern bzw. Strukturen folgen und abgearbeitet werden können. Die emotionale Beteiligung ist bei diesen Problemen meist sehr gering. Zahme Probleme, wie wir sie im Deutschen nennen, können eine hohe Komplexität aufweisen, die Dringlichkeit zur Zusammenarbeit ist jedoch gering, da die Lösung bereits vorhanden ist.

Für boshafte oder „wicked“ Probleme existiert noch keine Lösungen. Sie entsprechen im Wesentlichen den nach Revans definierten „Problems“. Grint fügt hinzu, dass die Beteiligten eine hohe Unsicherheit bei der Suche nach einer Lösung empfinden und dass die Bedeutung der Zusammenarbeit der einzelnen Akteure von einer besonderen Wichtigkeit/Dringlichkeit ist. Wicked Problems sind komplex. Sie können nicht von einer Person alleine gelöst werden und sie haben keine Deadline, im Gegenteil, sie können an vielen Stellen gleichzeitig auftauchen.

Bei zahm und boshaft unterscheidet Grint zwischen Management & Leadership. Tame Problems erfordern Management. Management organisiert, fordert und delegiert. Wicked Problems erfordert Leadership. Leadership geht auf die Bedürfnisse der Beteiligten ein. Leadership stellt Fragen, ist empathisch und sucht gemeinsam mit den Betroffenen nach Lösungen.

Management ist KONTROLLorientiert. Leadership erfordert LOSLASSEN.

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