Coaching: Was das Neue mit unserem Ärger und die Sturheit mit unseren Kindern zu tun hat.

Häufig beschweren sich Unternehmenslenker, Steuerer und so genannte Verantwortliche  über die fehlende Veränderungsbereitschaft, gar über die Veränderungsverweigerung ihrer Mitarbeiter. Manch einer spricht sogar von Veränderungsresistenz. Das klingt nach Starrsinn, Sturheit und einer sehr schwierigen Aufgabe.

Gemäß der theoretischen Differenzierung von subjektiver und objektiver Wahrnehmung würde man hier zu einer objektiv bewerteten Ausgangssituation raten. Dazu wäre es z.B. notwendig die Betroffenen zu befragen, zu beobachten … d.h. objektive Kriterien anzuwenden um eine auswertbare IST-Situation zu generieren. Man könnte auch Literatur dazu wälzen, Studien durchforsten, Experten befragen … Aber damit beschäftige ich mich in diesem Blog-Artikel nicht.

Da ich Sie hier zur – meines Erachtens sehr attraktiven – Selbstreflexion verführen möchte, und es sich hier um einen Coaching-Artikel handelt, zielt die Konzentration auf gerade jene, für den Einzelnen Überlebens wichtige subjektive Wahrnehmung.

Beobachten wir uns selbst:

Fällt uns auf, dass es tatsächlich mit der Veränderung ein nicht allzu leichtes Spiel ist. Da ist die traditionelle Weihnachtsfeier, die immer im gleichen Modus, wenn möglich ohne Unannehmlichkeiten, bitte schön immer in der gleichen Besetzung und gar nicht an einem fremden Ort. Da sind die neuen und klugen Einfälle unserer Kinder, die als Spinnereien, Anstrengung interpretiert und abgetan werden. Da sind Menschen, die sich plötzlich während ihrer Arbeitszeit eine Auszeit nehmen, Dinge tun, die unverständlich wirken und belächelt werden.

Beobachten wir uns doch ganz einfach mal selbst:

  • Wie gehen wir im Alltag mit Veränderung um?
  • Wie viel Veränderung ertragen wir in unserem Leben?
  • Wie viel Veränderung fügen wir selbstbestimmt in unser Leben ein?
  • Wie sehr lassen wir uns auf neue Techniken, neue Gedanken ein?
  • Wie viel Anpassung lassen wir zu?
  • Wie oft hinterfragen wir unser alltägliches Tun, mit dem Ziel für uns und unsere Liebsten Glück zu generieren? Oder belassen wir es bei Schimpftiraden, Jammerei und Selbstmitleid?
  • Wie behandeln wir unsere Nächsten und uns selbst? Mit Respekt. Mit Freundlichkeit. Mit Höflichkeit?
  • Lassen wir uns auf die anderen ein?
  • Hören wir zu?
  • Denken wir nach?
  • Antworten wir wahrhaftig und verantwortungsbewusst? Oder quasseln und brabbeln wir lediglich?

Weniger ist mehr.

Wie reagieren wir auf das Wichtigste in unserem Leben? Unsere Kinder.

Haben wir Zeit? Nicht Zeit im Sinne von Anwesenheit. Zeit im Sinne von Anteilnahme, Hinwendung und Aufmerksamkeit. Oder sind die nächste Nachricht, das nächste Telefonat, die Spülmaschine, die eigenen Gedanken, die persönliche Erfahrung, das, was die anderen denken, … wichtiger?

Sind wir offen für Ihre Wünsche, neuen Ideen und Inspirationen? Oder stören uns ihre Unterbrechungen, Veränderungen so stark, dass wir ärgerlich werden?

Sind wir bereit uns für unseren empfundenen Ärger zu entschuldigen? Oder lassen wir die Kinder mit dieser Reaktion allein?

Sind wir bereit uns mit ihnen zu freuen? Oder haben wir es verlernt, gemeinsam Spaß zu leben?

Beobachten wir uns selbst.

Nicht unbedingt das, was wir sagen, sondern das, was wir empfinden, wie wir reagieren und agieren. Das, was wir erleben und tun.

Die Grundbedürfnisse Wachstum und Verbundenheit sind gleichzusetzen mit dem Bedürfnis nach Veränderung und Anerkennung. Kinder wollen sich selbst bestimmt verändern.  Sie tun das und ernten Anerkennung. Sie tun das und ernten Missfallen. Je nach Maß werden sie motiviert ihren Weg fortsetzen oder demotiviert und frustriert aufgeben. In weiten Teilen der Gesellschaft möchte man die Kinder fremdbestimmt verändern. Die Eltern sagen, die Verwandten sagen, die Freunde sagen, der Lehrer sagt, die Psychologen sagen, die Ärzte sagen, … die Experten sind überall. Der Mensch möchte sich selbst bestimmt verändern. Die Gesellschaft treibt es ihm aus. Das Ergebnis ist der gelernte Unglaube an die Veränderung … der Widerstand. Doch nach wie vor kommen Kinder auf die Welt … und erneut …

Kinder freuen sich über Neues, über Veränderung, über Wachstum … sie erzeugen Sturheit beim Gegenüber und wollen doch nur Verbundenheit … somit entsteht Ärger auf beiden Seiten … und Enttäuschung. … Ein Kreislauf, den nur die Offenheit für Veränderung überwinden kann.

Es ist Weihnachtszeit. Zeit für Besinnung. Zeit Gutes zu wollen. Zeit für ein soziales, wertschätzendes Miteinander. Zeit für den respektvollen Umgang, aber auch um diesen für sich und insbesondere auch für seine Kinder einzufordern. Zeigen wir Grenzen auf bei Missachtung unserer Grenzen. Zeigen wir Grenzen auf bei Beleidigungen, Abwertung und respektlosem Umgang.

Es geht um uns und unsere Kinder. Seien wir Vorbild und Lehrer. Seien wir Vorbild und öffnen uns mit Vertrauen. Glauben wir an das Gute und setzen Grenzen, wo das Gute an seine Grenzen stößt.

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Ein Gedanke zu “Coaching: Was das Neue mit unserem Ärger und die Sturheit mit unseren Kindern zu tun hat.

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